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Cannabis 101

Die Pflanze

Cannabis ist eine blühende Pflanze mit vielen nützlichen Anwendungsmöglichkeiten: Die Samen können als Nahrung genutzt werden, die Stängel für Papier, Kleidung, Seile und Baumaterialien.

Weibliche Pflanzen bilden die Blüten, auch Buds genannt, die am häufigsten für den menschlichen Konsum verwendet werden. Als „Cola” bezeichnet man die Blütenstelle der Pflanze, an der sich die dichten weiblichen Blüten bilden. Colas entstehen an allen Blütenstellen der Pflanze, doch die größeren, festeren Colas bilden sich meist im oberen Bereich der Pflanze – die Hauptcola, manchmal auch „apikale Blüte” genannt, wächst ganz oben.

An den Blüten erkennt man kleine, durchscheinende oder weißlich wirkende Kristalle. Diese werden Trichome genannt. Ursprünglich entwickelten sie sich zum Schutz der Pflanze vor Fressfeinden und Witterungseinflüssen. Diese winzigen, pilzförmigen Drüsen sondern stark duftende Öle ab, die sogenannten Terpene, sowie Cannabinoide wie THC und CBD.

Was ist eine Cannabis-Sorte?

Eine Sorte ist eine genetische Variante von Cannabis. Die meisten Cannabis-Sorten lassen sich entweder als Cannabis Sativa oder Cannabis Indica einordnen – zwei Varianten derselben Grundspezies. Heute begegnet man häufig dem Einfluss hybrider Genetik, bei der sowohl Indica- als auch Sativa-Sorten kombiniert werden.

Über die Jahre wurden durch genetische Kreuzungsprogramme unzählige Hybrid-Sorten entwickelt, um die besten Eigenschaften beider Elternsorten zu vereinen – ein Blick in dein zugelassenes Fachgeschäft genügt, um die Vielfalt an Sorten mit unterschiedlichsten Cannabinoid-Profilen zu entdecken, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind.

Indica vs. Sativa

Form und Struktur: Indica-Pflanzen sind meist kurz und kompakt, während Sativa-Sorten hoch und schlank wachsen. Die Blätter von Indica-Pflanzen sind breit und kräftig, während Sativa-Sorten schmale, spitze Blätter zeigen. Es ist jedoch nicht immer leicht, die verschiedenen Arten allein anhand ihres Erscheinungsbilds zu unterscheiden. Die unterschiedliche Wuchsform ist vor allem auf die unterschiedlichen Herkunftsregionen zurückzuführen – Indicas stammen aus den Bergregionen Asiens und des Nahen Ostens, Sativas aus eher äquatornahen Regionen der Welt.

Wirkung: Die Wirkung von Indica- und Sativa-Sorten kann sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Konsumenten berichten von einer kraftvollen, anregenden bzw. energetisierenden Wirkung bei Sativa-Sorten. Einige geben an, dass Sativa-Sorten Fokus und Produktivität fördern – daher werden sie oft für den Tageskonsum bevorzugt. Starke Sativas können jedoch auch dazu führen, dass die Gedanken „rasen” und Nutzer sich ängstlich oder paranoid fühlen.

Indicas fördern traditionell Entspannung und allgemeine Beruhigung. Starke Indicas eignen sich möglicherweise weniger für den morgendlichen Gebrauch, wenn man produktiv bleiben möchte. Ebenso wird der Konsum einer Sativa am Abend nicht unbedingt empfohlen.

Dabei gilt: (1) Diese Berichte beruhen auf Erfahrungswerten und nicht auf klinischen Studien, und (2) diese Erwartungen sind manchmal zu stark verallgemeinert. Zwei Arten von Cannabis-Verbindungen – Cannabinoide und Terpene – haben den größten Einfluss auf die Wirkung von Cannabis. Cannabis-Sorten sind somit die Summe kleinerer Bestandteile, die genetisch von Pflanze zu Pflanze weitergegeben werden.

Wie bereits erwähnt, sind Hybride einfach eine Mischung aus Sativa und Indica und vereinen die Vor- und Nachteile beider Arten. Hybrid-Sorten mit einem höheren Indica-Anteil werden als indica-dominant bezeichnet. Ebenso weisen sativa-dominante Sorten überwiegend Sativa-Eigenschaften auf, die durch einen gewissen Indica-Einfluss ergänzt werden.

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Die Wirkung von Cannabis

Cannabis wirkt bei jedem Menschen anders. Verschiedene Sorten und Konsumformen führen zu unterschiedlichen Effekten. Auch neue Konsumenten spüren in der Regel andere Wirkungen als erfahrene Nutzer.

Die Wirkung kann stark variieren – manche Menschen spüren beim ersten Konsum überhaupt nichts. Meist wird die Erfahrung als entspannend und leicht euphorisch beschrieben. Manche werden dadurch offener und geselliger. Andere hingegen berichten, dass Cannabis sie müde, ängstlich oder sogar paranoid macht.

Es ist sehr wichtig, beim Konsum von medizinischem Cannabis vorsichtig vorzugehen und die Wirkung zu respektieren – beginne langsam mit einer niedrigen Dosis und beobachte, wie es auf dich wirkt. Notiere dir Dosierung, Produktart und die dabei empfundenen Gefühle – so verstehst du besser, wie Cannabis am besten für dich funktioniert.

Konsumformen

Heutzutage gibt es eine große Vielfalt an Konsummöglichkeiten. Traditionell wird Cannabis entweder in einer Pfeife geraucht oder in Papier gedreht wie eine Zigarette (ein Joint). Auch die orale Einnahme (der Verzehr von mit Cannabis angereicherten Speisen) ist in vielen Kulturen eine traditionelle Konsumform.

Dank neuer Extraktionstechnologien wurden in letzter Zeit konzentrierte Harzformen sowie konzentrierte Cannabisöle entwickelt, die oral eingenommen, mit topischen Lotionen vermischt und auf die Haut aufgetragen oder verdampft und inhaliert werden können – das Rauchen der Blüte ist längst nicht mehr die einzige Methode. Man kann heute buchstäblich eine Pille einnehmen, die eine sehr präzise und gleichbleibende Dosis Cannabis enthält, z. B. eine Pille mit 5 mg THC und 5 mg CBD.

Hier ein kurzer Überblick über die gängigsten Konsumformen und die jeweiligen Cannabisprodukte:

Inhalation – Rauchen oder Verdampfen und Einatmen über die Lunge (Joints, Pfeifen und Vaporizer).

Einnahme (Ingestion) – Die Cannabinoide und Terpene werden als Öl aus der Blüte extrahiert und entweder pur eingenommen, mit einem anderen Trägermittel wie Speisen kombiniert oder zu Pillen, Gelkapseln und anderen klassischen medizinischen Formen verarbeitet, die eine sehr präzise und kontrollierte Dosierung ermöglichen (Backwaren mit Cannabis, Pillen, Kapseln und Tinkturen).

Orale Aufnahme – Das extrahierte Öl wird mit einem anderen Trägermittel kombiniert. Das fertige Produkt verbleibt im Mund, während es sich unter der Zunge, auf der Zunge oder über die Wangeninnenseite auflöst (Pastillen, Lutschtabletten und Mundstreifen).

Topisch – Das extrahierte Öl wird mit einem Produkt kombiniert, das auf die Haut aufgetragen wird (Lotionen, Salben und transdermale Pflaster).

Kann man zu viel Cannabis konsumieren?

Wie bei jedem Produkt, das eine physiologische Wirkung auf den menschlichen Körper hat, kann man auch hier übertreiben. Ähnlich wie man zu viel Koffein oder zu viel Alkohol konsumieren kann, kann man auch zu viel Cannabis konsumieren.

Ein übermäßiger Cannabiskonsum kann zu einigen unangenehmen Stunden führen. Anders als bei vielen gängigen verschreibungspflichtigen Medikamenten ist es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass eine ansonsten gesunde Person durch übermäßigen Cannabiskonsum eine lebensbedrohliche Reaktion erleidet. Der Hauptgrund dafür ist, dass sich die Cannabinoid-Rezeptoren – anders als Opioid-Rezeptoren – nicht in den Bereichen des Hirnstamms befinden, die Atmung und Herz-Kreislauf-Funktion steuern. In den fast 5.000 Jahren, in denen Cannabis von zig Millionen Menschen sowohl medizinisch als auch zu Genusszwecken verwendet wurde, ist kein einziger glaubwürdig dokumentierter Fall einer tödlichen Cannabis-Überdosis bekannt.

Es gibt einen Test namens LD-50, mit dem die Toxizität eines Produkts bestimmt wird. Dieser Wert gibt an, bei welcher Dosis fünfzig Prozent der Testtiere, die eine Substanz erhalten, an den toxischen Folgen sterben. Der LD-50-Wert für Aspirin liegt bei 1:20. Vereinfacht bedeutet das: Wenn die empfohlene Dosis Aspirin zwei Tabletten beträgt, müsste eine Person 40 Tabletten (das 20-Fache der empfohlenen Dosis) einnehmen, um einen tödlichen Ausgang herbeizuführen. Bei Valium liegt der Wert bei 1:10, bei manchen Krebsmedikamenten kann er sogar bei nur 1:1,5 liegen.

Für Cannabis wurde der LD-50-Wert auf etwa 1:20.000 bis 1:40.000 geschätzt – das bedeutet, eine Person müsste die 20.000- bis 40.000-fache Menge einer einzelnen Portion zu sich nehmen, um eine tödliche Reaktion auszulösen. In dieser Studie wurde eine einzelne Cannabis-Portion mit 0,9 Gramm angesetzt (die Menge in einer Cannabis-Zigarette bzw. einem Joint) – eine Person müsste also 20.000 bis 40.000 Joints, also etwa 680 Kilogramm Cannabis, innerhalb von 15 Minuten konsumieren, um eine tödliche Reaktion herbeizuführen. Kurz gesagt: Es wäre eine völlig unrealistische Menge an Cannabis nötig, damit eine ansonsten gesunde Person einen durch Cannabis verursachten Todesfall erleidet.

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